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Epi-on oder epi-off Cross-Linking?

Wir werden häufig darauf angesprochen, welche Methode wir beim CXL bevorzugen. Am häufigsten werden wir nach dem sogenannten “epi-on” oder “transepithelialen” Cross-Linking gefragt. Dieses führen wir nur in speziellen Fällen durch. Unsere Methode der Wahl ist immer noch das klassische “Epi-off” Cross-Linking. Hier erklären wir, warum.

Epi-off Cross-Linking

Das klassische Cross-Linking benötigt in einem ersten Schritt eine Entfernung der äussersten Schicht der Hornhaut, des Hornhautepithels, damit das Riboflavin (Vitamin B2) auch richtig in die Hornhaut eindringen kann. Die Erfolgsquote dieses “epi(thelium)-off”-Protokolls ist extrem hoch und liegt bei weit über 90%. Ein relativer Nachteil ist, dass die Hornhaut erst wieder zuheilen muss. In den ersten Tagen bestehen also Unannehmlichkeiten wie Brennen und Beissen der Augen und man muss natürlich darauf achten, dass kein Infekt entsteht. Bei professioneller Durchführung der Operation, umfassender Aufklärung der Patienten und akribischer Nachkontrolle ist das Risiko hier jedoch extrem gering. So haben wir seit 10 Jahren keinen Fall einer Hornhaut-Infektion nach CXL bei uns gesehen.

Epi-on Cross-Linking: noch nicht

Die Idee zum epi-on Cross-Linking kam auf, weil dies Vorteile mit sich bringen würde: weniger postoperatives Brennen der Augen und weniger Infektionsgefahr. Nach einer anfänglichen Euphorie hat sich der “Hype” um das “Epi-on”-Cross-Linking wieder gelegt. Der Grund ist, dass die Erfolgsrate, welche beim klassichen “epi-off” CXL bei weit über 90% liegt, beim epi-on-Verfahren auf 60-70% fällt. Wieso dies so ist, hat unsere Forschungsgruppe 2013 herausgefunden: neben Vitamin B2 und UV-Licht haben wir Sauerstoff als weiteren Faktor für ein erfolgreiches Cross-Linking identifiziert.

In einer ausführlichen Studie in unseren Grundlagenlabors konnten wir zeigen, dass CXL nur dann funktionieren kann, wenn genügend Sauerstoff vorhanden ist. Sauerstoff muss in die Tiefe der Hornhaut eindringen und dies wird durch das Hornhautepithel verhindert. Dementsprechend zeigten dann mehrere klinische Studien, darunter auch eine Multizenter-Studie unter unserer Leitung, dass die Wirksamkeit des epi-on Cross-Linking nur noch 60-70 % beträgt.

Internationale führende Cross-Linking-Experten, darunter Prof. Hafezi von ELZA, haben hierzu im Januar 2018 Stellung genommen.

Unsere Wahl

Wir finden, dass die wirksamste Methode auch die beste Methode für unsere Patienten ist, auch wenn dies bedeutet, dass die Heilung etwas länger dauert. Was nutzt uns eine „schonende“ Methode, wenn sie nicht wirkt?

Daher führen wir in den allermeisten Fällen ein „epi-off“ Cross-Linking durch. Eine Ausnahme sind Fälle, bei denen wir befürchten, dass es nach der Operation wegen einer schlechten Kooperation der Patienten zu Infekten kommen könnte, zum Beispiel durch heftiges Augenreiben nach der Operation. Dies betrifft kleine Kinder und Menschen mit einem Entwicklungsdefizit. Hier wenden wir ein „epi-on“-Cross-Linking. Hier gehen bewusst eine geringere Wirksamkeit ein, weil wir Infekte nach der Operation vermeiden müssen.

ELZA Beiträge zu epi-on

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