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Die Biologie wieder in die refraktive Chirurgie einführen

Die Biologie wieder in die refraktive Chirurgie einführen

Wo Licht ist, ist auch Schatten.

Wenn wir am ELZA-Institut in Zürich sehr tiefe Excimer-Laser-Ablationen durchführen, hat das meist einen von zwei Gründen.

Der erste Grund ist die therapeutische refraktive Laserchirurgie, zum Beispiel die Behandlung einer tiefen Narbe mit dem Excimer-Laser anstelle einer lamellären Hornhautchirurgie.

Der zweite ist kosmetischer Natur: der kurzsichtige Patient mit -10 oder -11 Dioptrien. Hier, macht eine LASIK keinen Sinn (Lamellenbildung plus stromale Ablation würde die Hornhaut wahrscheinlich zu stark schwächen), aber die photorefraktive Keratektomie (PRK) könnte dies.

Das problematische bei solch hohen Abtragungen ist die Wundheilungsreaktion. Die einzige Möglichkeit, dem zu begegnen, besteht darin, unmittelbar nach dem Lasern einen mit Mitomycin C (MMC) getränkten Schwamm auf die Hornhaut aufzulegen. Diese Substanz ist jedoch in hohen Dosen giftig (MMC ist ursprünglich ein Krebs-Chemotherapeutikum) und kann zu einer Reihe von Komplikationen führen. Die Herausforderung besteht darin, einen Weg zu finden, die Anwendung zu vermeiden.

Wenn Sie bei der PRK das grosse Ganze betrachten, schauen wir uns vor jeder Operation die Refraktion an, wir planen die Operation, wir bedenken die Spotgrösse, die Spotverteilung und die Wiederholungsrate des Lasers.

Heutzutage fangen Chirurgen erst nach der Operation an, biologisch zu denken: “Ich brauche Steroide, ich muss die Wundheilung unterdrücken”. Wir wollten dies ändern und wir haben hierzu 6 Jahre benötigt. Unsere Arbeit gewann den ersten Preis der ESCRS (Europäische Gesellschaft für Katarakt- und refractive Chirurgie) 2019 und erlaubt es, hohe Dioptrienzahlen ohne MMC zu Lasern.

Weitere Informationen dazu finden Sie in unserem Artikel in Concept Ophthalmologie.

 

Die Hornhaut kühlen…für ein besseres Cross-Linking?

Die Hornhaut kühlen…für ein besseres Cross-Linking?

Jonathan Kahn (JK) von Eyetube interviewt Farhad Hafezi (FH) über einen neuen Ansatz, um die Wirksamkeit des Cross-Linking zu verbessern: die Hornhaut kühlen.

Abschrift

JK: Guten Morgen von der ASCRS-Konferenz in Wien, Österreich. Wir freuen uns, mit Doktor Farhad Hafezi aus der Schweiz hier zu sein. Vielen Dank, dass Sie heute bei uns sind.

FH: Danke für die Einladung.

JK: Ich möchte heute Morgen mit Ihnen über Kollagen Cross-Linking sprechen, denn das ist ein wirklich amüsantes Thema und ein spannendes Thema, über das Sie und ich im Laufe der Jahre gesprochen haben, aber jedes Mal, wenn wir sprechen, gibt es etwas Neues und Spannendes und Interessantes, das herauskommt, das macht es besser oder effektiver als zuvor. Und ich verstehe, dass Sie jetzt einige gute Informationen für uns haben, darüber, wie die Temperatur das Cross-Linking beeinflussen kann. Können Sie uns sagen, was das bedeutet?

FH: Unbedingt! Cross-Linking ist eine etablierte Methode, aber es gibt immer Raum für Verbesserungen. Und eine wesentliche Verbesserung jetzt im Verständnis der Technologie war, als meine Gruppe bereits 2013 Sauerstoff als wesentliches Element des Cross-Linkings identifizierte. Seitdem wissen wir, dass die Sauerstoffversorgung notwendig ist, um den gesamten Prozess voranzutreiben.

Jetzt gibt es neue Versuche, die Sauerstoffversorgung der Hornhaut zu verbessern, indem Sie einen Sauerstoff Strom über die Hornhaut und andere überschwemmen, aber wenn Sie durch die Literatur schauen, hat unsere Gruppe einen interessanten Hinweis gefunden, der ist, nämlich wenn Sie die Temperatur der Hornhaut senken, Diffusion verbessert sich, was theoretisch bedeutet, wenn Sie eine Hornhaut abkühlen, können Sie mehr Sauerstoff im Stroma und vielleicht mehr Cross-Linking Wirksamkeit vorhanden haben.

JK: Und die ersten ex-vivo-Daten aus unserem Labor scheinen darauf hinzudeuten, dass tatsächlich, wenn man die Temperatur der Hornhaut senkt, einen kühlenden Effekt haben könnte, der die Wirksamkeit erhöht. Es ist also interessant, weil wir bei einigen Arten von Hornhautbehandlungen, zum Beispiel in PRK, die Hornhaut nach der Laserbehandlung abkühlen, um die Entzündungs Effekte des Lasers zu stoppen oder die fortschreitenden Behandlungseffekte des Lasers zu stoppen, während wir jetzt über das Gegenteil reden – über die Kühlung der Hornhaut vor der Behandlung.

FH: Genau!

JK: Und das ist eine interessante Art, darüber nachzudenken.

FH: Ja, das könnte es sein. Die Kühlung vor und während der Behandlung kann die Wirksamkeit erhöhen, und wir müssen uns mehr damit befassen.

JK: Glauben Sie also, dass es vielleicht Zukunftsstudien geben könnte, die eine gekühlte Behandlung im Vergleich zu einer Raumtemperatur Behandlung vergleichen können, um zu sehen, ob es Unterschiede in der Wirksamkeit gibt oder nicht?

FH: Das könnte die Endkonsequenz sein. Wir versuchen, solidere Daten aus dem Labor herauszuholen, und sobald wir dies sicher bestätigen, wäre der nächste Schritt, die Hornhaut des Patienten zu kühlen. Ja. Ganz richtig!

JK: Nun, das war wirklich ein toller Blick für uns in einige der Zukunftstechnologien und zukünftige Fortschritte im Cross-Linking. Wie immer bin ich so froh, dass Sie in der Lage sind, ihre Expertise zu teilen. Vielen Dank.

FH: Vielen Dank.

Cross-Linking in dünnen Hornhäuten: präzise individualisierte Behandlung

Cross-Linking in dünnen Hornhäuten: präzise individualisierte Behandlung

Keratokonus ist eine fortschreitende Erkrankung. Dies bedeutet, dass die Hornhaut fortschreitend ausdünnt. Dieser Prozess kann durch das Hornhaut-Cross-Linking (CXL) erfolgreich behandelt werden. Die Applikation von Riboflavin und UV-Licht auf die Hornhaut führt zur Bildung von hochreaktiven freien Radikalen, welche das Kollagen in der Hornhaut cross-linken. Dadurch versteift die Hornhaut und die Erkrankung wird entweder verlangsamt oder gestoppt.

Häufig ist die Hornhaut von Menschen mit fortgeschrittenem Keratokonus jedoch sehr dünn, zu dünn für das Standard-Protokoll für Cross-Linking, welches eine Behandlung von Hornhäuten mit einer Dicke von mehr als 400 µm erlaubt. Behandelt man mit diesem Protokoll dünnere Hornhäute, so riskiert man einen permanenten Schaden der Hornhaut-Rückfläche mit Sehminderung. In den letzten Jahren sind daher eine Reihe von Techniken entwickelt worden, um dünne Hornhäute temporär so dick zu machen (z.B. durch Schwellung mit hypoosmolarem Riboflavin), dass die Behandlung trotzdem erfolgen kann. Das erste dieser Protokolle wurde von unserer Gruppe 2009 entwickelt. Diese Behandlung ist jedoch kompliziert und erfordert viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl.

Daher haben wir unsere Forschung der letzten zwei Jahre darauf konzentriert, ein Modell zu entwickeln, bei dem theoretisch jede Hornhautdicke mit Cross-Linking behandelt werden kann. Wir berücksichtigen hierbei die Energie des UV-Lichtes, die Länge der Bestrahlung, die Riboflavin-Konzentration und auch den Sauerstoff-Partialdruck im Gewebe. Dadurch konnten wir Modelle entwickeln, die bei jeder Hornhautdicke eine individualisierte Bestrahlungsdosis errechnen können.iese personalisierte UV-Bestrahlung erlaubt es uns, das Cross-Linking auch bei extrem dünnen Hornhäuten durchzuführen.

CRST Individualizing CXL image

Internationale Auszeichnung für Dietiker Augenarzt

Internationale Auszeichnung für Dietiker Augenarzt

Der Limmattaler Augenarzt und For­scher Farhad Hafezi ist zum dritten Mal in Folge nach 2014 und 2016 von seinen Fachkollegen als Nummer 20 auf die Liste der 100 wichtigsten Per­sönlichkeiten in der internationalen Augenheilkunde gewählt worden. Ausgezeichnet wurde Hafezi von der britischen Zeitschrift «The Ophthal­mologist» für seine Rolle in der La­serchirurgie und als Wegbereiter der Cross-Linking-Technologie der Horn­haut. «Sie stellt seit 2002 eine inno­vative Behandlungsmethode bei ver­schiedenen Augenerkrankungen wie etwa bei Hornhautinfekten von Kin­dern und Jugendlichen dar, für die es zuvor keine oder nur ungenügen­de Therapien gab», sagt der in Fri­bourg aufgewachsene Mediziner. Ha­fezi leitete von 2010 bis 2014 als Chefarzt die Augenklinik der Univer­sitätsklinik Genf und ist nun am EL­ZA Institut in Dietikon tätig. Dane­ben leitet er ein Forschungslabor an der Universität Zürich und ein zwei­tes Labor an der University of Sout­hern California in Los Angeles. Er ar­beitet zur Zeit an einer neuen Cross­ Linking-Technologie, die den Einsatz ausserhalb von Operationssälen und in Entwicklungsländern ermögli­chen soll.

Freiburger gehört zur Weltspitze in der Augenheilkunde

Freiburger gehört zur Weltspitze in der Augenheilkunde

Der Augenarzt und Forscher Farhad Hafezi ist zum dritten Mal in Folge nach 2014 und 2016 von seinen Fachkolle­gen als Nummer 20 auf die Lis­te der 100 wichtigsten Persön­lichkeiten in der internationa­len Augenheilkunde gewählt worden. Der in Freiburg aufgewach­sene Hafezi ist ein internati­onal renommierter Augenla­ser-Chirurg und gilt als Weg­bereiter des Cross-Linking der Hornhaut in der Augenheil­kunde. «Das Cross-Linking der Hornhaut stellt seit 2002 eine innovative Behandlungsme­thode bei verschiedenen Au­generkrankungen von Kindern und Jugendlichen dar, für die es zuvor keine oder nur unge­nügende Therapien gab», so der Ausgezeichnete. Hafezi lei­tete von 2010 bis 2014 als Chef­arzt die Augenklinik der Uni­versitätsklinik Genf und ist nun klinisch am ELZA Institut in Dietikon tätig. Daneben lei­tet er ein Forschungslabor an der Universität Zürich und ein zweites Labor an der Universi­ty of Southern California Los Angeles.

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