Der Januar 2026 Ausgabe von Cataract & Refractive Surgery Today präsentiert eine reflektierende, fallbasierte Diskussion, die untersucht, wie sich die Behandlung des frühen Keratokonus in den letzten Jahren entwickelt hat. Der Artikel kontrastiert die klinische Entscheidungsfindung im Jahr 2018 mit der heutigen Praxis und hebt hervor, wie Fortschritte in der Diagnostik und bei den Strategien zum Corneal Crosslinking (CXL) die Behandlungsschwellen - insbesondere bei pädiatrischen und jugendlichen Patienten - verändert haben.

Zu den Mitwirkenden gehört Prof. Farhad Hafezi, MD, PhD, FARVO, Medizinischer Direktor des ELZA-Instituts, dessen Abteilung sich auf die Früherkennung und rechtzeitige Behandlung von Keratokonus bei Kindern. Auf der Grundlage langjähriger klinischer Erfahrungen und veröffentlichter pädiatrischer Daten betont Prof. Hafezi, dass junge Patienten ein hohes Risiko für ein schnelles Fortschreiten der Krankheit aufweisen, oft bevor die herkömmlichen Kriterien für ein dokumentiertes Fortschreiten erfüllt sind.

Der besprochene Fall betrifft einen 12-jährigen Patienten mit frühen tomographischen Anzeichen von Keratokonus und dünner Hornhautpachymetrie. Im Jahr 2018 stützte sich die Behandlung auf die Scheimpflug-Tomographie und die biomechanische Beurteilung, wobei eine Standard-CXL ohne Epithel bevorzugt wurde, um eine maximale Stärkung der Hornhaut zu erreichen. Seitdem haben Verbesserungen in der diagnostischen Auflösung - insbesondere die Kartierung der Epitheldicke mittels OCT des vorderen Segments - eine frühere und zuverlässigere Erkennung der Krankheitsaktivität ermöglicht.

In dem CRST-Artikel beschreibt Prof. Hafezi, wie die derzeitige Behandlung aussehen könnte. Für frühe oder subklinische Erkrankungen können weniger invasive beschleunigte CXL-Protokolle gewählt werden, die eine mit konventionellen Ansätzen vergleichbare biomechanische Wirksamkeit bieten und gleichzeitig die Patientenbelastung reduzieren. Bei fortgeschrittener Erkrankung werden beschleunigte CXL-Protokolle mit hoher Fluenz, die eine höhere Gesamtenergie über kürzere Behandlungszeiten liefern, als Mittel zur Erreichung einer Dresden-äquivalenten Hornhautversteifung diskutiert.

Eine zentrale Botschaft des Artikels ist die Verlagerung von einer verzögerten Intervention hin zu einer sofortigen Behandlung nach der Diagnose des pädiatrischen Keratokonus. Diese Änderung spiegelt die gesammelten Erkenntnisse wider, dass das Abwarten einer dokumentierten Progression bei jungen Patienten häufig zu einem vermeidbaren Sehverlust führt. Der bevorstehende zweite globale Keratokonus-Konsens, auf den in der Diskussion Bezug genommen wird, unterstützt diese proaktive Strategie, wobei die Mehrheit der Hornhautspezialisten nun eine frühzeitige CXL bei Kindern empfiehlt.

Der Beitrag in Cataract & Refractive Surgery Today veranschaulicht, wie sich die Behandlung des Keratokonus von einheitlichen Protokollen hin zu einer optimierten, individualisierten Behandlungsauswahl auf der Grundlage von Alter, Krankheitsstadium und Hornhautmerkmalen entwickelt hat.