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Glaskörper: Floaters und Abhebung

Der Glaskörper ist ein klares und durchsichtiges Gel, das den hinteren Anteil des Augapfels ausfüllt. Er besteht zum Teil aus Kollagenfasern, wie sie auch zB in Gelenken zu finden sind. Der Glaskörper ist deshalb transparent, weil Lichtstrahlen, die unser Auge erreichen, durch ihn dringen müssen, um auf die Netzhaut zu gelangen, wo das Bild unserer Umwelt entsteht.

Man kann sich den Glaskörper wie einen prallen Ballon vorstellen, der einen grossen Teil des Augeninneren ausfüllt und sich eng an die Innenwand des Auges anschmiegt. Im Bereich der Netzhaut ist der Glaskörper zudem an verschiedenen Stellen verankert.

 

Floaters, Mouches Volantes

Proteinablagerungen driften in den Glaskörper und werden „Floaters“ oder “Mouches volantes” genannt. Diese Erscheinung ist häufiger bei Menschen über 50 oder bei Kurzsichtigen. Floaters könnte Schatten auf der Netzhaut bewirken und werden häufig von den Patienten als Flecken, Stränge oder kleine Fliegen beschrieben.

Floaters können durch eine Operation, die sogenannte Vitrektomie operativ entfernt werden, aber dies erhöht das Risiko eines frühen Grauen Stars (Katarakt). Daher wird die Operation nur durchgeführt, wenn die Floater massiv sind und sehr zentral legen, und stark beim Lesen oder Schreiben stören.

Hintere Glaskörperabhebung

Bei jedem Menschen kommt es irgendwann im Laufe des Lebens dazu, das der eigentlich wie ein praller Ballon im Augeninnere liegende Glaskörper schrumpft. Dies geschieht meist zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr, kann bei kurzsichtigen Menschen aber bereits viel früher der Fall sein. Das Schrumpfen des Glaskörpers kann wenige Tage bis mehrere Wochen dauern. Dies bedeutet für das Auge keinen Nachteil beim Sehvorgang. Es ist, wie bereits erwähnt, ein natürlicher Prozess, der in jedem Auge abläuft und mehrere Wochen oder auch Monate dauert.

Während dieser Zeit besteht ein gewisses Risiko dafür, dass durch den Zug des Glaskörpers ein Netzhaut-Riss entsteht. Dieser kann zu einer Netzhautablösung führen, wenn er nicht erkannt und behandelt wird.

Einen Netzhautriss erkennen

Solange Sie Blitze sehen, ist die Abhebung noch nicht abgeschlossen. Während dieser Tage und Wochen werden wir Ihre Netzhaut in regelmässigen Abständen untersuchen, um sicher zu sein, dass kein Netzhaut-Riss besteht.

Zwischen unseren augenärztlichen Kontrollen sollten Sie vermehrt darauf achten, ob sich an der Sicht des betroffenen Auges etwas verändert. Gehen Sie dazu wie folgt vor:

Falls sie Blitze am rechten Auge sehen, so schliessen Sie das andere, linke Auge. Betrachten Sie nun einen Gegenstand und bewegen Sie Ihre Hände an den ausgestreckten Armen ganz aussen in Ihrem Gesichtsfeld. Sehen Sie Ihre Finger aus den Augenwinkeln heraus? Wiederholen Sie den Test mit dem anderen Auge. Die Blickfelder der einzelnen Augen sollten vergleichbar sein.

  • Führen Sie diese Kontrolle alle 1-2 Tage durch. Melden Sie sich noch am gleichen Tag bei uns oder (falls wir ferienhalber oder am Wochenende nicht erreichbar sind) auf der Notfallstation eines Zentrumsspitals, falls Sie eine der folgenden Veränderungen feststellen:
  • Beim Selbsttest erscheint Ihnen Ihr Blickfeld STARK eingeschränkt. Sie sehen am Rande des Blickfeldes eine Veränderung wie einen “schwarzen Vorhang”.
  • Es tauchen plötzlich viele schwarze Mücken in Ihrem Gesichtsfeld auf.
  • Die Sehkraft an Ihrem Auge verändert sich plötzlich.
  • Die Häufigkeit der Blitze nimmt plötzlich zu.

Zu guter Letzt

Denken Sie bitte daran: die Glaskörperabhebung ist ein natürlicher Prozess. Jeder Mensch erlebt sie im Laufe seines Lebens und bei nur sehr wenigen Augen stellen wir einen Netzhaut-Riss fest. Falls dieser auftreten sollte, so können wir eine Laserbehandlung durchführen und den Riss “verschweissen”. Es handelt sich bei unseren Kontrollen also um eine Vorsichtsmassnahme .

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