Lidrandentzündung (Blepharitis)

Lidrandentzündung (Blepharitis)

In den Oberlidern und Unterlidern liegen jeweils mehrere Dutzend Talgdrüsen, die den Fettanteil des Tränenfilms bilden. Sind diese Drüsen aufgrund einer chronischen Entzündung verstopft, dann ist der Tränenfilm von seiner Qulität her schlecht.

Die Oberfläche des Auges ist dann chronisch trocken. Dies wird vom Gehirn registriert, welches der Tränendrüse den Befehl gibt: “Produziere mehr Wasser”. Und so kommt es, dass paradoxerweise ein chronisch Trockenes Auge sehr häufig intervallartig tränt.

Stadien der Blepharitis

In frühen Stadien zeigen sich “Pfropfen” auf der Lidkante, die die Öffnungen der Talgdrüsen verstopfen. Eine einfache mechanische Reinigung kann hier effizient helfen.

Wird die Lidrandentzündung jedoch jahrelang nicht behandelt, dann verändert sich das Lid anatomisch. Die Lidkante rundet immer mehr ab und ist nicht mehr in der Lage, den Tränen film auf der Oberfläche des Auges zu verteilen, ähnlich einem Scheibenwischer mit Scharten auf der Wischfläche.

"Es entstehen immer mehr Symptome wie Brennen und Beissen und auch verschwommene Sicht."

Seltene Gründe für ein Trockenes Auge

Daneben können aber auch allgemeine Erkrankungen, wie zB die Schuppenflechte (Rosacea), Diabetes, Polyarthritis, Lupus erythematodes und das Sjögren-Syndrom trockene Augen bewirken. Hormonelle Ursachen sind der Hormonersatz in den Wechseljahren und die Anti-Baby-Pille. Auch ein sogenannter Morbus Crohn und die Colitis Ulcerosa können zu einem trockenen Auge führen, dies wegen der starken Durchfälle und der Malabsorption.

Lebensqualität

Obschon in den meisten Fällen nicht gefährlich, ist die Lebensqualität der Betroffenen zum Teil stark eingeschränkt.

Die Beschwerden bei trockenem Auge sind vielfältig und reichen von gering bis massiv: Augenbrennen und -beissen, Verschwommensehen, Doppelsehen, Kopfschmerzen. Typischerweise treten diese Beschwerden nach längerer Bildschirmarbeit, Fernsehen oder Lesen gehäuft auf.

Fernsehinterview zu den Ursachen des Trockenen Auges

Bildschirmberufe und KontaktlinsenträgerInnen

Trockene Augen sind weltweit einer der Hauptgründe dafür, dass Patienten den Augenarzt aufsuchen. Vermehrte Bildschirmarbeit und klimatisierte Arbeitsplätze haben dieses Problem in den letzten Jahrzehnten nochmals deutlich verschärft.

Die Zusammensetzung des Tränenfilms, das Zusammenspiel von Bindehaut und Hornhaut und die verstärkte Verdunstung des Tränenfilms spielen eine wichtige Rolle beim Entstehen eines Trockenen Auges. Diese Veränderungen können mit relativ einfachen Mitteln (Schirmer-Test, BUT, “break up time”) festgestellt werden und dann mit modernen Methoden vertieft untersucht werden.

In der Schweiz sind ca. 600’000 Personen vom sogenannten „Dry Eye-Syndrom“, “Syndrom des Trockenen Auges” oder auch “Sicca-Syndrom” genannt, betroffen. Dies sind die offiziellen Zahlen und die Dunkelziffer dürfte weitaus höher liegen. Ein weiterer, häufig gebrauchter Begriff ist das “Office Eye”. Früher wurde als einzige Therapie künstliche Tränen angeboten, heutzutage gibt es eine Vielzahl weiterer Optionen.

Kontaktlinsen

Nachtarbeit

Trockene Augen betreffen grundsätzlich Personen jeden Alters, wobei sich eine Häufung bei folgenden Bevölkerungsgruppen zeigt:

  • Träger von Kontaktlinsen (vor allem weiche Kontaktlinsen)
  • Berufstätige, welche viel an Computern arbeiten und/oder sich häufig in klimatisierten Räumen aufhalten
  • Ältere Menschen (>65 Jahre). Mit zunehmendem Alter nimmt das Trockene Auge zu.
  • Nachtarbeiter / Schichtarbeiter, da die Tränenproduktion eng an den Tag-Nacht-Rhythmus gekoppelt ist.

Das ELZA Institut

EN | DE

HR

AR

SQ

FR