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Cross-Linking bei Keratokonus

Beim Keratokonus kommt es zu einer Aufweichung des Hornhautgewebes. Diese Veränderungen sind durch eine krankhafte Verminderung der Quervernetzungen, der sogenanntenCross-Links, bedingt.

Cross-Links

Das Bindegewebe in unserem Körper wird durch die Cross-Links zusammengehalten. Sie geben dem Gewebe die mechanische Festigkeit. Wir wissen heute viel mehr über diese Cross-Links als noch vor 20 Jahren. So nimmt zum Beispiel die Anzahl an Cross-Links im Alter zu. Dies erklärt, warum unsere Körper im Alter immer steifer werden. Und dies ist wahrscheinlich auch mit ein Grund, warum der klassische Keratokonus irgendwann im Laufe des Lebens typischerweise stehenbleibt und sich nicht mehr verschlechtert.

 

Keratokonus = reduzierte Anzahl an Cross-Links

Beim Keratokonus ist die Anzahl an Cross-Links infolge der Erkrankung reduziert, die Biomechanik der Hornhaut ist zu schwach. Die Hornhaut wölbt sich langsam nach vorne und wird immer dünner. Schließlich nimmt sie eine kegelförmige Form an.

 

Cross-Linking bei Keratokonus (CXL)

Das Cross-Linking bei Keratokonus erhöht schlagartig wieder die Anzahl Quervernetzungen in der Hornhaut. Der Anstieg der Biomechanik beträgt 450 % und geschieht innerhalb von weniger Stunden. Die allererste Behandlung bei Menschen mit Keratokonus erfolgte bereits 1999, also vor knapp 20 Jahren. Sucht man in der wissenschaftlichen Literatur nach Publikationen zum Thema, so finden sich heute (Stand April 2018) weit über 1300 Arbeiten zu dem Thema. CXL kann in jedem Alter angewandt werden, jedoch setzen wir es am häufigsten zwischen 6 und 60 Jahren ein.

Ablauf

Der Ablauf einer CXL-Behandlung kann in 3 Schritte gegliedert werden: die Sättigung der Hornhaut mit Riboflavin, die UV-Bestrahlung und die postoperative Nachsorge.

Schritt 1: Sättigung der Hornhaut mit Vitamin B2 (Riboflavin)

Da Vitamin B2 ein grosses Molekül ist, kann es nicht ohne weiteres in die Hornhaut eindringen. Im klassischen Cross-Linking (Dresdner-Protokoll) eröffnen wir die Versiegelungsschicht der Hornhaut, das Epithel, über ca 8 mm. Dies kann manuell, mittels einer EBK (Epi-Bowman-Keratoplastik) oder aber mit dem Excimer-Laser geschehen. In sehr seltenen Fällen wenden wir auch ein epi-on CXL an. Mehr dazu hier.

Schritt 2: Bestrahlung mit UV-A

Dieser Schritt ist völlig schmerzlos. Je nach Alter, Intensität der Erkrankung, Hornhautdicke, Schnelligkeit des Fortschreitens und eventuellen anderen Faktoren (IVT, Kinderwunsch, bevorstehende Schwangerschaft, Schilddrüsenerkrankung) werden wir unterschiedliche Intensitäten für die Behandlung Ihres Auges wählen.

Schritt 3: Postoperative Nachsorge

Diese ist extrem wichtig, weil bei frühem Eingreifen (sehr selten auftretende) unerwünschte Wirkungen sofort behandelt werden können. Auch reagiert die Wundheilung jedes Menschen unterschiedlich stark nach CXL. Wir müssen diese Wundheilung medikamentös steuern, um zu verhindern, dass diese unnötig stark wird.

 

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