Ein kürzlich veröffentlichter Artikel in Ophthalmologischen Nachrichten hat den aktuellen Stand das Corneal Crosslinking (CXL) bei Patienten mit fortschreitendem Keratokonus und dünner oder ultradünner Hornhaut untersucht - eine Gruppe, die bisher von den Standardbehandlungsprotokollen ausgeschlossen war. Der Bericht wurde vom medizinischen Direktor von ELZA verfasst, Prof. Dr. Dr. Farhad Hafezi, MD, PhD, FARVO, Die Studie befasst sich mit einer seit langem bestehenden klinischen Herausforderung: Wie kann die ektatische Progression sicher stabilisiert werden, wenn die Stromadicke unter den vom Dresdner Protokoll geforderten Schwellenwert von 400 µm fällt?.
Bei der Standard-CXL mit Epithelabdeckung muss ein nicht vernetzter hinterer Stroma-Sicherheitsabstand von etwa 70 µm eingehalten werden, um das Hornhautendothel vor UV-A-Bestrahlung zu schützen. Diese Anforderung hat die Behandlungsmöglichkeiten für fortgeschrittenen Keratokonus traditionell eingeschränkt, so dass oft nur die Keratoplastik als einziger Eingriff übrig blieb. In den letzten zehn Jahren wurde mit verschiedenen Techniken versucht, die CXL-Fähigkeit auf dünnere Hornhäute auszudehnen. Dazu gehören die Stromaschwellung mit hypo-osmolarem Riboflavin, die kontaktlinsengestützte CXL und Ansätze, bei denen Epithelinseln über den dünnsten Regionen erhalten bleiben.
Der Artikel in den Ophthalmologischen Nachrichten gibt einen kritischen Überblick über diese Methoden und hebt ihre Grenzen hervor, darunter unvorhersehbare pachymetrische Veränderungen, geringere Sauerstoffverfügbarkeit und weniger konsistente biomechanische Versteifung. Ein wichtiger konzeptioneller Wandel, der in der Übersicht diskutiert wird, ist die Abkehr von der Anpassung der Hornhaut an die Technik hin zur Anpassung des CXL-Protokolls selbst an die individuellen Hornhauteigenschaften.
Im Mittelpunkt dieses Ansatzes steht die individualisierte CXL mit dem sub400-Protokoll. Anstatt eine feste Mindestdicke zu erzwingen, passt das Protokoll die UV-A-Bestrahlungszeit auf der Grundlage der Stromadicke an, wobei die Standard-Bestrahlungsintensität beibehalten wird. Diese algorithmische Strategie modelliert die Interaktion zwischen UV-A-Energie, Riboflavin-Absorption und Sauerstoffdiffusion, so dass die Vernetzung auf das anteriore Stroma beschränkt werden kann und gleichzeitig eine Sicherheitsmarge für das Endothel erhalten bleibt.
Die in der Übersichtsarbeit zusammengefassten klinischen Daten zeigen hohe Raten an tomographischer Stabilität bei dünnen und ultradünnen Hornhäuten, einschliesslich Augen mit Stromadicken von deutlich unter 400 µm. Nachbeobachtungsdaten, die sich über zwei Jahre erstrecken, zeigen eine anhaltende Stabilisierung ohne Anzeichen einer endothelialen Dekompensation, und eine Korrelation zwischen der Bestrahlungszeit und der Tiefe der Demarkationslinie unterstützt die Vorhersagbarkeit dieses individualisierten Ansatzes.
Aus klinischer Sicht unterstreicht der Bericht die Bedeutung personalisierter CXL-Strategien für Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung, insbesondere für jüngere Menschen, bei denen das Risiko eines schnellen Fortschreitens besteht. Durch die Erweiterung der Möglichkeiten zur biomechanischen Stabilisierung können individualisierte Protokolle die Notwendigkeit einer Hornhauttransplantation in ausgewählten Fällen verringern.
Am ELZA-Institut werden diese Konzepte innerhalb eines strukturierten, evidenzbasierten Rahmens für das Keratokonus-Management angewendet. Der Bericht in den Ophthalmologischen Nachrichten spiegelt den allgemeinen Trend zur Personalisierung von Protokollen bei dem CXL wider, wobei Sicherheit, Transparenz und die Einhaltung etablierter photochemischer Prinzipien im Vordergrund stehen.