Die Februar-Ausgabe 2023 von DGII aktuell, die offizielle Publikation der Deutschsprachigen Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, interventionelle und refraktive Chirurgie (DGII), enthält einen Übersichtsartikel über den aktuellen Stand des Corneal Crosslinking (CXL). Verfasst von Prof. Dr. Dr. Farhad Hafezi, MD, PhD, FARVO, Medizinischer Direktor des ELZA-Instituts, bietet der Artikel eine prägnante, praxisorientierte Zusammenfassung darüber, wie sich CXL über ein einziges standardisiertes Verfahren hinaus zu einem Spektrum individualisierter Behandlungsstrategien entwickelt hat.
Ursprünglich wurde CXL als Methode zum Aufhalten des Fortschreitens des Keratokonus unter Verwendung des Epithel-Off-Dresden-Protokolls eingeführt und in den letzten zehn Jahren erheblich verfeinert. Wie beschrieben in DGII aktuell, In den letzten Jahren haben sich mehrere alternative Protokolle klinisch etabliert, darunter beschleunigte CXL, High-Fluence-CXL und Epithel-on-Ansätze (Epi-on). Diese Entwicklungen wurden durch ein besseres Verständnis der photochemischen Mechanismen, die der Vernetzung zugrunde liegen, sowie durch Fortschritte in der Gerätetechnologie und den Riboflavin-Formulierungen vorangetrieben.
Der Artikel hebt auch die Ausweitung der CXL-Indikationen über die Hornhautektasie hinaus hervor. Eine solche Indikation ist PACK-CXL (photoactivated chromophore for keratitis-corneal cross-linking), das die Prinzipien der Vernetzung auf infektiöse Keratitis anwendet, um die stromale Resistenz gegen enzymatischen Abbau zu erhöhen und die Infektionskontrolle als Ergänzung zur antimikrobiellen Therapie zu unterstützen. Darüber hinaus erörtert Prof. Hafezi die Rolle von CXL in Kombination mit wellenfrontgesteuerter photorefraktiver Keratektomie zur Verbesserung von irregulärem Astigmatismus in ausgewählten Keratokonusfällen.
Ein zentrales Thema der DGII aktuell Übersicht ist die Abkehr von einem “Einheitsansatz”. Anstatt ein einheitliches Protokoll auf jeden Patienten anzuwenden, stützt sich die moderne CXL-Behandlung zunehmend auf eine individuelle Auswahl der Behandlung auf der Grundlage der Hornhautdicke, des Krankheitsstadiums und des Therapieziels. Diese Entwicklung spiegelt sich in der im Artikel enthaltenen Übersichtstabelle wider, in der die derzeit in Deutschland erhältlichen CE-zertifizierten Crosslinking-Geräte und Riboflavin-Lösungen zusammengefasst sind.
Indem die CXL in einen breiteren Rahmen der personalisierten Hornhautpflege eingeordnet wird, kann die DGII aktuell Der Artikel unterstreicht, dass sich die Vernetzung zu einer flexiblen therapeutischen Plattform und nicht zu einer Einzelmaßnahme entwickelt hat. Der Beitrag von Prof. Hafezi spiegelt die laufenden Bemühungen wider, biomechanische Stabilisierung, Sicherheitsüberlegungen und visuelle Rehabilitation in kohärente, evidenzbasierte Behandlungspfade zu integrieren.