Bei der Behandlung der infektiösen Keratitis führt die Verwendung von PACK-CXL als ergänzende Therapie zur antimikrobiellen Standardtherapie (SOC) zu besseren Ergebnissen als die alleinige SOC-Therapie, so das Fazit einer Studie, die diesen Monat in der Zeitschrift Cornea.

PACK-CXL ist eine bewährte Methode zur Behandlung von Hornhautinfektionen, bei der die infizierte Region mit Riboflavin (Vitamin B2) gesättigt und mit ultraviolettem (UV) Licht bestrahlt wird. Das UV-Licht aktiviert das Riboflavin und bewirkt die Bildung reaktiver Sauerstoffspezies (ROS), die eine Reihe positiver Wirkungen haben. Erstens schädigen die ROS direkt die Zellmembranen und Nukleinsäuren von Krankheitserregern - eine direkte antimikrobielle Wirkung, die völlig unabhängig von herkömmlichen antimikrobiellen Medikamenten ist. ROS vernetzt auch das Gewebe in der Hornhaut, was durch einen Prozess, der als sterische Hinderung bezeichnet wird, die Anzahl der Enzymbindungsstellen reduziert, an denen die von den Krankheitserregern produzierten proteinverdauenden Enzyme ansetzen können. Dadurch wird die Größe des Geschwürs und damit auch die Größe der Hornhautnarbe verringert. Befindet sich das Geschwür und damit die Narbe in der Mitte der Hornhaut des Patienten, so könnte eine Minimierung der Narbengröße erhebliche Auswirkungen auf die spätere Sehqualität des Patienten haben.

Ein internationales Team von Hornhautspezialisten des ELZA Institut und aus Ägypten und Israel verglich in einer retrospektiven Studie die Auswirkungen der SOC-Behandlung und von PACK-CXL. Als Ergänzung zur SOC-Behandlung von Hornhautgeschwüren, welche durch eine bakterielle Infektion verursacht wurden, konnten bei 47 Augen von 47 Patienten Parallelen festgestellt werden, Und zwar in Bezug auf die Zeit, die für die erfolgreiche Behandlung der Hornhautgeschwüre benötigt wurde, und auf die endgültige Sehschärfe der Patienten.

Patienten (n=26), die sowohl mit PACK-CXL als auch mit der SOC-Therapie behandelt wurden, schnitten signifikant besser ab als Patienten (n=21), die nur die SOC-Therapie erhielten, und zwar in Bezug auf die bestkorrigierte Sehschärfe und die Reepithelisierungszeit. Bei keinem Patienten mit der dualen Therapie mussten Transplantate eingesetzt werden, während ein Drittel der Patienten in der Gruppe mit der SOC-Therapie allein diese Transplantate benötigte.

Die Autoren kamen zu folgendem Schluss: "Zusammenfassend zeigen wir, dass PACK-CXL bei bakterieller Keratitis sicher eingesetzt werden kann. Außerdem scheint es die Heilungszeit zu verkürzen, die endgültige Sehschärfe zu verbessern und die Notwendigkeit einer tektonischen Keratoplastik zu verringern".

Referenz
Achiron A, Elhaddad O, Regev T, et al. Pack cross-linking as adjuvant therapy improves clinical outcomes in culture-confirmed bacterial keratitis. Cornea. Online veröffentlicht am 4. November 2021.