Der Zweite Globale Konsens über Keratokonus steht kurz vor der Veröffentlichung und wurde im Jahr 2025 auf mehreren internationalen Kongressen vorgestellt, unter anderem auf der ESCRS.
Eine lang erwartete Aktualisierung zur Festlegung internationaler Standards für die Keratokonusversorgung
Der Konsens wurde von José Álvaro Gomes, MD, PhD; Renato Ambrósio Jr, MD, PhD; und Farhad Hafezi MD, PhD, FARVO, und brachte Experten aus 12 internationalen Fachgesellschaften aus sechs Kontinenten zusammen. Ziel war es, das kollektive Expertenurteil in praktische, international anwendbare Leitlinien für die Keratokonusversorgung zu übertragen.
Wie der Konsens entwickelt wurde
Wie im EuroTimes-Bericht dargelegt, wurde das Dokument nach einer modifizierten Delphi-Methode erstellt. Nur Aussagen, die eine Mindestübereinstimmungsschwelle von 66% erreichten, wurden akzeptiert, um sicherzustellen, dass die Empfehlungen einen breiten Expertenkonsens und keine Einzelmeinung widerspiegeln. Die Organisatoren betonten, dass das resultierende Dokument eine strukturierte Momentaufnahme der aktuellen internationalen Praxis darstellt und kein statischer oder präskriptiver Endpunkt ist.
Klinische Relevanz über den akademischen Bereich hinaus
Der Zweite Globale Konsens soll als praktischer klinischer Rahmen dienen. Er soll nicht nur die tägliche Entscheidungsfindung unterstützen, sondern auch Fachgesellschaften, Ausbildungsprogramme und Gesundheitssysteme bei der Harmonisierung von Versorgungsstandards in verschiedenen Regionen helfen. Durch die Konsolidierung evidenzbasierter Empfehlungen trägt der Konsens auch zu politischen Diskussionen über die Behandlung von Hornhauterkrankungen bei.
Wichtige Aktualisierungen auf der ESCRS 2025 vorgestellt
Auf dem ESCRS-Jahreskongress 2025 in Kopenhagen wurden auf einer Cornea-Day-Sitzung mehrere wichtige Aktualisierungen vorgestellt. Dazu gehörten die sofortige Behandlung von Kindern bei der Diagnose, die Annahme des Belin ABCD-Systems für die Stadieneinteilung und Überwachung sowie aktualisierte Leitlinien zu Vernetzungsstrategien für dünne Hornhäute, einschließlich Protokollen wie ELZA-sub400.
Das Programm befasste sich auch mit neueren Techniken und Technologien - wie ELZA-PACE, CAIRS und SLAK - und erörterte deren Rolle innerhalb eines umfassenderen Behandlungskonzepts, das über die Stabilisierung der Krankheit hinaus auf die funktionelle visuelle Rehabilitation abzielt.
Es wurde ein strukturierter Überblick über den Konsens gegeben, mit Sitzungen zu diagnostischen Definitionen, Stadieneinteilung und Vernetzungsstrategien. Die Organisatoren wiesen darauf hin, dass die endgültige Veröffentlichung auf der Arbeit von sieben Expertengremien beruht, die sich mit der Definition und Einstufung, der nicht-invasiven Behandlung, dem Cross-Linking, der invasiven visuellen Rehabilitation, der Keratoplastik, der refraktiven Chirurgie und der Kataraktchirurgie bei Keratokonus befassten.
Lesen Sie die EuroTimes-Berichterstattung über den Zweiten Globalen Konsens über Keratokonus
Von der Stabilisierung zur visuellen Rehabilitation
Während der erste Globale Konsens dazu beigetragen hat, die Hornhautvernetzung als Behandlungsstandard zu etablieren, spiegelt die Aktualisierung 2025 ein breiteres Ziel wider. Der Zweite Konsens integriert Fortschritte in der multimodalen Diagnostik, der individuellen Behandlungsplanung, der Ektasieprävention und der visuellen Rehabilitation. Für viele Patienten bedeutet dieser Wandel, dass sie über die Kontrolle des Fortschreitens der Erkrankung hinausgehen und zu sinnvollen Verbesserungen der Sehfunktion und Lebensqualität gelangen.