Die Behandlung des Keratokonus bei Kindern ist eine der dringendsten Herausforderungen in der Hornhautmedizin. Der pädiatrische Keratokonus schreitet oft schneller und schwerer voran als bei Erwachsenen, so dass ein frühzeitiges und wirksames Eingreifen entscheidend für den Erhalt des Sehvermögens ist. Am 24. September 2025, Healio/ Augenchirurgie Nachrichten berichtete über den II Global Consensus on Keratoconus, eine wegweisende internationale Zusammenarbeit, die aktualisierte Kriterien für die Definition des Krankheitsverlaufs - insbesondere bei Kindern - liefert. Sie befragten zwei Hauptautoren des II Global Consensus-Dokumentes: Prof. Dr. Dr. Farhad Hafezi, MD, PhD, FARVO, und Prof. Cosimo Mazzotta, MD, PhD.
Definition der Progression bei pädiatrischem Keratokonus
Der Konsens unterstreicht den Bedarf an präzisen, standardisierten Definitionen für das Fortschreiten des Keratokonus. Zu den wichtigsten Parametern gehören Veränderungen der Keratometrie, der Hornhautdicke und der Sehfunktion. Bei Kindern treten diese Indikatoren tendenziell früher auf und schreiten schneller voran, was die Dringlichkeit einer rechtzeitigen Überwachung und Intervention unterstreicht. Der Konsens unterstreicht, dass die Kriterien für das Fortschreiten der Hornhauterkrankung bei Kindern strenger sein müssen als bei Erwachsenen, um dem höheren Lebenszeitrisiko einer schweren Ektasie Rechnung zu tragen.
Unsere Rolle bei der Gestaltung von globalen Standards
Prof. Farhad Hafezi, medizinischer Direktor des ELZA-Instituts, war einer der Hauptkoordinatoren des II Global Consensus. Aufbauend auf mehr als zwei Jahrzehnten translationaler CXL-Forschung haben Prof. Hafezi und seine Kollegen am ELZA dazu beigetragen, klinische Definitionen und Behandlungsstandards zu etablieren, die heute weltweit anerkannt sind. Diese Beiträge stellen sicher, dass die Konsensempfehlungen nicht nur theoretisch fundiert sind, sondern auch auf der täglichen klinischen Praxis beruhen.
Durch die direkte Beteiligung an der Ausarbeitung internationaler Richtlinien spielt ELZA eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung von Rahmenwerken, die Augenärzte weltweit leiten. Die Aufnahme pädiatrischer Progressionskriterien in den Konsens spiegelt sowohl den wissenschaftlichen Fortschritt als auch die klinische Realität wider, die in führenden Referenzzentren wie dem unseren in Zürich beobachtet wird.
Auswirkungen auf die Patientenversorgung
Für Ärzte bieten die aktualisierten Progressionskriterien klare Anhaltspunkte für die Entscheidung, wann eine CXL-Behandlung bei Kindern eingeleitet werden sollte. Für Patienten und Familien bieten die Leitlinien die Gewissheit, dass sich die Behandlung an international vereinbarten Standards orientiert. Bei ELZA sind diese konsensorientierten Ansätze in individuelle Behandlungspfade eingebettet, so dass sichergestellt ist, dass pädiatrische Patienten Interventionen erhalten, die sich an den neuesten Erkenntnissen orientieren.
Blick nach vorn
Der II Global Consensus on Keratoconus ist mehr als ein akademischer Meilenstein - er bietet einen einheitlichen Rahmen für die nächste Generation der Keratokonusbehandlung. Durch seinen Beitrag zu dieser Arbeit setzt ELZA seinen Auftrag fort, Forschung, Richtlinienentwicklung und Patientenversorgung zu integrieren. Das Ergebnis ist ein konsistenterer, evidenzbasierter Ansatz für den pädiatrischen Keratokonus, der das Potenzial hat, die Sehkraft und die Lebensqualität junger Patienten weltweit zu erhalten.