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MEACO 2019: ELZA in Jordanien

Der Middle East Africa Council of Ophthalmology (MEACO) – Kongress ist einer der Höhepunkte unseres Kongressjahres. Hier versammeln sich einflussreiche Persönlichkeiten der Ophthalmologie des Nahen Ostens und Afrikas, was sich in einer sehr hohen Qualität der Präsentationen und anschliessenden Diskussionen niederschlägt. Es ist mir eine Ehre, dieses Jahr als eingeladener Gastredner eine Reihe von Vorträgen am Kongress in Amman zu geben, der im Hilton Hotel in Amman durchgeführt wurde.

Individualisiertes CXL bei dünnen Hornhäuten

Mein erster Vortrag in der „Experts Top Tipps“ Session behandelte das Thema „Dünne Hornhäute“ und wir stellten hier unsere Klinischen- und Grundlagenforschungsarbeiten der letzten Jahre vor. Wir konnten zeigen, dass es mit einem tiefen Verständnis um Riboflavin, UV-Bestrahlung, Sauerstoff-Diffusion und Intensität möglich ist, auch extrem dünne Hornhäute zu behandeln. Daneben ist es uns jetzt möglich, mittels individualisiertem Cross-Linking jeden Patienten individuell zu bestrahlen, angepasst an die jeweilige Hornhautdicke. Die Methode, davon sind wir überzeugt, wird in Zukunft das (ebenfalls von uns vor 10 Jahren eingeführte) Schwellen der Hornhaut mit hypoosmolarer Lösung ersetzen.

PACK-CXL

Bei meinem  nächsten Vortrag ging es um die infektiöse Keratitis. Ich habe aufgezeigt, wie hohe Mengen an oxidativem Stress sinnvoll genutzt werden können, um Bakterien und auch Pilze in der Hornhaut abzutöten. Daneben erhöht sich die Widerstandsfähigkeit der Hornhaut gegenüber Verdauung, was nicht beim Keratokonus, sondern vor allem bei Infekten eine wichtige Rolle spielen wird.

Weiterhin gab der Vortrag einen umfassenden Überblick über den jetzigen Wissensstand des PACK-Cross-Linking und wie dieses bei der Behandlung der Keratitis klinisch eingesetzt werden kann. PACK-CXL und CXL können nun auch mit einer portablen Bestrahlungseinheit an der Spaltlampe durchgeführt werden. Dies bedingt auch einen Paradigmen-Wechsel in unseren jetzigen klinischen Vorgängen. Bis jetzt wurde CXL vor allem in sterilen und teuren Operationssälen durchgeführt. Dies muss jedoch nicht sein. CXL kann nun überall dort durchgeführt werden, wo eine Spaltlampe vorhanden ist. Dies ermöglicht völlig neue Ansätze, was die Behandlung von infektiösen Keratitiden angeht, vor allem auch in jenen Gegenden der Welt, in denen der Zugang zu einem Operationssaal häufig schwierig ist.

CXL an der Spaltlampe

Ein weiterer Vortag behandelte das Thema Cross-Linking an der Spaltlampe. Und auch hier habe ich dargelegt, warum meiner Meinung nach das CXL nicht unbedingt einen sterilen Operationssaal benötigt. Dies ermöglicht in letzter Konsequenz eine „Demokratisierung“ des Cross-Linking, so dass es auch von Kollegen und Kolleginnen eingesetzt werden kann, die nicht über einen sterilen Operationssaal verfügen.

Ist Keratokonus wirklich selten?

Keratokonus ist nicht wirklich selten. Unser momentanes Lehrbuchwissen besagt immer noch, dass der Keratokonus eine seltene Erkrankung ist. Diese Zahlen beruhen auf einer Publikation aus den 1980er-Jahren aus Minnesota, bei welchen eine Bevölkerung über Jahrzehnte hinweg untersucht wurde. Dies geschah jedoch auch mit einer Technologie, wie sie in den 1930er- bis 1980er-Jahren modern war – und damit auch heutiger Sicht technisch überholt. Moderne Topographie- und Tomographie-Geräte ermöglichen eine viel präzisere und frühere Erkennung des Keratokonus. Daneben bestehen grosse geographische Unterschiede, was die globale Prävalenz der Erkrankung angeht. Die Light for Sight Stiftung, hat daher in einem ersten Schritt die Prävalenz des Keratokonus in einer grossen Studien in Saudi Arabien analysiert und im British Journal of Ophthalmology veröffentlicht. Zurzeit arbeiten wir an einer globalen Prävalenz-Studie, auf die vier Kontinenten die Prävalenz des Keratokonus bestimmen wird.

Zu guter Letzt habe ich noch für die Light for Sight Stiftung einen „Instructional Course“ durchgeführt sowie ein WetLab betreffend das Cross-Linking an der Spaltlampe.

Ich möchte an dieser Stelle sehr herzlich folgenden Personen danken, die mich zur MEACO 2019 eingeladen haben und ohne die dieser Kongress nicht möglich gewesen wäre: Dr. Samir El-Mulki, Dr. Ibrahim Alnawaiseh, Dr. Mubarak Al Farran, Prof. Wisam Shihadeh and Ms. Huda Hijazi.

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