Eine neue chirurgische Technik, die am ELZA-Institut entwickelt wurde – Extrakorporale Optimierung allogener intrastromaler Ringsegmente der Hornhaut (ECO-CAIRS) – wurde nun im Journal of Refractive Surgery (1)veröffentlicht. Der Artikel, dessen Erstautor ELZAs CMO Prof. Dr. Dr. Farhad Hafezi, MD, PhD, FARVO und Kollegen sind, beschreibt, wie Spender-Hornhautringsegmente vor der Implantation mithilfe von ultrahochfluenziger Crosslinking (CXL) biomechanisch optimiert werden können.

In dem Artikel beschreiben Prof. Farhad Hafezi und Kollegen ein extrakorporales Protokoll, bei dem Spenderringsegmente nach Riboflavin-Einweichen mit ultrahoher Fluenz UV-A (30–60 J/cm²) behandelt werden – weit über das klassische Dresdner Protokoll für die intraokulare CXL hinaus.

Die „extrakorporale“ Natur ist entscheidend: Durch die Durchführung der Vernetzung ausserhalb des Auges des Patienten wird das umliegende Gewebe nicht beeinträchtigt, und der Chirurg kontrolliert die biomechanische Vorbereitung des Implantats. Das Ergebnis: Das Spendersegment wird zu einem vorverfestigten, azellulären Kollagengerüst, das vor dem Einsetzen leichter zu handhaben und biologisch weniger aktiv ist.

  • Ein sanfteres Einsetzen, ein intelligenteres Implantat
  • Die chirurgische Vorgehensweise ändert sich, wenn das Implantat vorgehärtet und formstabil ist:
  • Das Segment ist unmittelbar nach der Behandlung dünner, was den Durchgang durch den Stromatunnel erleichtert.
  • Es behält während des Einführens seine Form und Steifigkeit bei, wodurch die Zentrierung und Ausrichtung präziser werden.

     

Es ist azellulär, was bedeutet, dass Keratozyten vom Spender entfernt werden, wodurch die zellbasierte biologische Variabilität gemindert wird.
Diese Elemente tragen dazu bei, dass die Arbeit des Chirurgen kontrollierter und reproduzierbarer wird.

In der Vier-Augen-Machbarkeitsreihe berichtete das ELZA-Team, dass alle Implantationen ohne Zwischenfälle verliefen, die Handhabung reibungslos war und keine Komplikationen im Zusammenhang mit der Vorbehandlung des Spendergewebes auftraten.

Warum dies für Patienten wichtig ist

Für Menschen, die mit Keratokonus leben, insbesondere für diejenigen, deren Erkrankung so weit fortgeschritten ist, dass sie keine Kontaktlinsen mehr vertragen, bietet ECO-CAIRS eine neue Dimension der Therapie. Der Weg dorthin sieht wie folgt aus:

  • Die Hornhaut ist unregelmässig geworden, der Hornhautkrümmungsradius hat sich verringert, die Sehqualität hat sich verschlechtert, eine Brille allein reicht nicht mehr aus.
  • Bisherige Techniken verwenden entweder synthetische Ringe (mit Einschränkungen) oder Spendergewebe, das weich und chirurgisch schwierig zu verarbeiten ist.
  • ECO-CAIRS nutzt Spendergewebe, berücksichtigt jedoch die technischen und biologischen Einschränkungen.

Das Ergebnis ist ein stabileres Implantat, das chirurgisch reibungsloser und biologisch optimiert ist.

Da das Segment im Voraus vorbereitet wird, sind die intraoperativen Schritte schneller und zuverlässiger. Da das Implantat azellulär und vorversteift ist, kann sich das Risikoprofil verbessern (auch wenn die Langzeitdaten noch nicht vollständig vorliegen). Die Erzählung lautet nun eher „Präzision trifft Biologie“ statt „Anpassung an die Weichheit“.

Der allgemeine Überblick über die Sehrehabilitation bei Keratokonus

ECO-CAIRS ist keine isolierte Weiterentwicklung von ELZA, sondern fügt sich in die umfassendere Keratokonus-Strategie von ELZA ein. Von der Früherkennung und biomechanischen Analyse über maßgeschneiderte Crosslinking-Protokolle (wie ELZA-PACE) bis hin zu therapeutischen Excimer-Laser-Optionen zur Hornhautregeneration unter Verwendung fortschrittlicher Techniken wie der wellenfrontgeführten PRKbietet ELZA eine ganze Reihe von Technologien für ektatische Hornhäute.

Dieses Ökosystem bedeutet, dass ECO-CAIRS nicht nur eine weitere Ring-Segment-Operation ist... es ist Teil eines mehrschichtigen, personalisierten Ansatzes, bei dem die Stabilität, Dicke und Form der Hornhaut sowie die Sehbedürfnisse jedes Patienten mit dem richtigen Eingriff zum richtigen Zeitpunkt abgestimmt werden.

Blick nach vorn

Der Weg für ECO-CAIRS führt nun zu umfassenderen klinischen Studien, längeren Nachbeobachtungszeiten und der Integration in chirurgische Nomogramme, die das Implantatdesign, die Vernetzungsfluenz, die Tunnelgeometrie und das Hornhautprofil des Patienten berücksichtigen. Mit der Verfügbarkeit dieser Daten verfolgt ELZA die Vision, dass mehr Patienten mit Keratokonus von weniger invasiven, besser vorhersagbaren und biologisch optimierten chirurgischen Lösungen profitieren können, anstatt sich einer Hornhauttransplantation unterziehen zu müssen.

Wir bei ELZA glauben, dass die Zukunft der Keratokonus-Therapie nicht in einem Einheitsmodell liegt, sondern in massgeschneiderten, gewebebasierten und technologiegestützten Operationen. ECO-CAIRS ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg.