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Diskussion der Keratokonusprävalenzstudie “K-Map” an der ESCRS 2018

Farhad Hafezi wurde von EyeWorld über die Keratokonus-Prävalenzstudie K-MAP interviewt.

Untenstehend können Sie das Transkript lesen:

Hallo, mein Name ist Prof. Farhad Hafezi, ich bin der ärztliche Direktor des ELZA-Instituts in Dietikon, Zürich, sowie Professor für Augenheilkunde an der Universität Genf, Schweiz und am USC Roski Eye Institute, Los Angeles.

Das Thema meines Vortrags ist die Light For Sight KMAP globale Prävalenz des Keratokonus-Studie. Nun, das ist ein langer Name und lassen Sie mich den Titel erklären.
Zunächst einmal ist Keratokonus, wenn man ein Lehrbuch öffnet, eine seltene Krankheit. Wenn man sich die Einstufung anschaut, wird man feststellen, dass die Prävalenz  1 von 2000 Personen in der normalen Bevölkerung beträgt. Wir vermuten jedoch, dass die tatsächliche Prävalenz der Krankheit weit höher liegt.

Warum spielt dies eine Rolle?

Es spielt eine Rolle, weil wir vor 20 Jahren keine Möglichkeit hatten, einen Patienten zu behandeln, wenn die Krankheit erkannt wurde, aber jetzt können wir mit moderner kornealer Cross-Linking-Technologie junge Patienten mit Keratokonus behandeln. Die frühzeitige Erkennung der Krankheit ist also entscheidend, und die Erkennung der Krankheit bedeutet auch, zu wissen, wie selten oder nicht selten die Erkrankung ist. Und darauf legen wir den Fokus.

Nochmals, wenn man ein Lehrbuch öffnet, liest man 1 von 2000 Patienten, und das alles beruht auf einer Studie von 1986, welche von Kennedy und Kollegen im American Journal veröffentlicht wurde und in der es heißt, dass der Keratokonus selten ist. Die Daten, die für diese Publikation analysiert wurden, die wir alle noch in den Lehrbüchern zitieren, wurden in Minnesota zwischen den 1930er und 1980er Jahren gesammelt. Sie können sich den Stand der Technologie vorstellen, die zu dieser Zeit verwendet wurde und die Empfindlichkeit der Methoden, um Keratokonus zu erkennen. Heute haben wir viel modernere Technologien, und wir wissen auch, dass es geografisch große Unterschiede der Krankheits-Prävalenz gibt. Was wir also begonnen haben, ist eine globale Studie, und alles begann mit einer Pilot-Studie, welche wir in Riad, Saudi-Arabien, gemacht haben.

Der Pilot wurde vor einigen Monaten im British Journal veröffentlicht und wir hatten erstaunliche Zahlen. Wir haben 1044 Augenpaare  mit einem Scheimpflug Imaging System untersucht und dann haben zwei unabhängige Hornhautchirurgen all diese Augen ausgewertet. Und in allen außer 9 Augenpaaren hatten Sie eine perfekte Übereinstimmung bei der Definition der Krankheit, ob diese Person an einem Keratokonus leidet oder nicht. Und in nur 9 Fällen gab es Unstimmigkeiten.

DE-KC-prevalence

Wenn Sie sich dann die Gesamtprävalenz ansehen, die wir veröffentlicht haben, waren wir bei fast 5 % der normalen Bevölkerung im Alter von 6-21 Jahren. So war die Prävalenz, die wir in diesem Gebiet der Welt fanden, fast 100-mal höher als das, was Kennedy 1986 berichtete. Und das regte unsere Stiftung an – die Light for Sound Foundation, eine globale Prävalenzstudie zu starten. Und mit dieser Studie werden wir uns nun mit der globalen Prävalenz von Keratokonus auf vier Kontinenten befassen.

Die Studienstandorte wurden unter dem Light For Sight-Zentren rekrutiert. Wir sind derzeit in 42 Ländern auf 5 Kontinenten vertreten und von diesen 42 Zentren werden 11 Zentren in der Studie mitmachen, 5 haben bereits die Studienerlaubnis erhalten und werden in den nächsten Monaten mit dem Sammeln von Daten beginnen. Unser Ziel ist es, 15 000 bis 20 000 Augenpaare zu sammeln, um eine bessere Vorstellung von der globalen Verteilung der Prävalenz zu bekommen, und es könnte auch ein Licht auf den Unterschied zwischen Umweltfaktoren und Genetik werfen. Denken Sie nur an die Möglichkeiten, eine Kohorte von, sagen wir, chinesischen Patienten in Festland-China und chinesische Patienten in San Francisco zu untersuchen. Ähnliche genetische Hintergründe, völlig unterschiedliche Umfelder. Wir freuen uns also sehr, in den nächsten 24 Monaten hoffentlich neue, große Daten präsentieren zu können.

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