ELZAs Chief Medical Officer, Prof. Dr. Dr. Farhad Hafezi, MD, PhD, FARVOund ELZAs CEO, Nikki Hafezi, MAS IP ETHZ, sind diese Woche in China. Dort nehmen sie an mehreren augenärztlichen Tagungen, akademischen Austauschprogrammen und eingeladenen Vorträgen zu refraktiver Chirurgie, Keratokonus und cornealem Cross-Linking teil.

Farhad Hafezi China

Der Besuch begann in Chengdu auf dem 5. Internationalen Symposium für refraktive Chirurgie, das veranstaltet wurde von AIER Augenärzte Gruppe vom 23. bis 24. Mai 2026. Von dort wurde das Programm mit professionellen Austauschprogrammen in AIER-Zentren in Wuhan und Changsha fortgesetzt, bevor es für die Vision China 2026 nach Tianjin weiterging.

Für ELZA spiegelt dieser Besuch die zunehmend internationale Ausrichtung der Hornhaut- und refraktiven Chirurgie wider. Keratokonus, Ektasieprävention und Sicherheit in der refraktiven Chirurgie sind keine regionalen Fragestellungen. Es handelt sich um globale klinische Herausforderungen, die einen sorgfältigen Datenaustausch, eine differenzierte Patientenauswahl und den kontinuierlichen Dialog zwischen grossen klinischen Netzwerken und akademischen Zentren erfordern.

Von Standard-CXL zu individualisiertem Cross-Linking

Beim International Refractive Surgery Symposium in Chengdu präsentierte Prof. Hafezi den Vortrag “Corneal CXL & Keratoconus: from one protocol to now customization”. Der Vortrag zeichnete die Entwicklung des cornealen Cross-Linkings vom ursprünglichen Dresdner Protokoll bis hin zu neueren, individualisierten Ansätzen nach.

CXL wurde ursprünglich eingeführt, um die Progression des Keratokonus zu verlangsamen oder aufzuhalten. Seitdem hat sich das Fachgebiet deutlich über ein einziges standardisiertes Protokoll hinausentwickelt. Modernes CXL umfasst heute beschleunigte Epi-off-Protokolle, Epi-on-Ansätze, sauerstoffbewusste Behandlungskonzepte und individualisierte Strategien für dünne Hornhäute und unregelmässige Ektasieformen.

Diese Entwicklung ist eng mit ELZAs klinische und wissenschaftliche Arbeit verbunden. Das ELZA-sub400 -Protokoll wurde für progressiven Keratokonus bei Hornhäuten dünner als 400 µm entwickelt und nutzt eine pachymetriegesteuerte, individualisierte UV-Fluenz, um die Sicherheit bei ultradünnen Hornhäuten zu verbessern. ELZA-PACE ist ein individualisierter CXL-Ansatz, der darauf abzielt, Keratokonus zu stabilisieren und gleichzeitig die Hornhautform durch kontrollierte Behandlungsgradienten zu verbessern.  

Gemeinsam stehen diese Ansätze für eine breitere Veränderung in der Keratokonusversorgung: weg von der reinen Progressionskontrolle und hin zu der Frage, wie Hornhautform, Optik und langfristige Sehqualität verbessert werden können.

Risikofaktoren bei refraktiver Chirurgie

Nikki Hafezi präsentierte in Chengdu den Vortrag “Risk Factors to Consider Prior to Refractive Surgery”. Im Mittelpunkt standen Patientenauswahl, präoperative Diagnostik und Risikostratifizierung vor Eingriffen wie LASIK, PRK, KLEX, ICL-Implantation und refraktivem Linsenaustausch.

Dieses Thema ist zentral für die moderne refraktive Chirurgie. Gute Ergebnisse hängen nicht nur von der chirurgischen Technik ab, sondern auch davon, ob Risikofaktoren bereits vor dem Eingriff erkannt werden. Dazu gehören unter anderem subklinischer Keratokonus, auffällige Hornhautbiomechanik, Reststromadicke, Percentage Tissue Altered, Schwangerschaft, Schilddrüsenfunktionsstörungen und andere systemische oder hormonelle Faktoren.

Die Kernaussage ist klar: Die Sicherheit refraktiver Eingriffe beginnt vor dem Einsatz des Lasers, der Linse oder des chirurgischen Instruments. Eine sorgfältige Voruntersuchung hilft zu beurteilen, ob ein Eingriff sinnvoll ist, ob eine alternative Behandlung in Betracht gezogen werden sollte oder ob eine Operation besser verschoben wird.

Fachlicher Austausch mit AIER-Zentren in Wuhan und Changsha

Im Anschluss an das Symposium in Chengdu umfasste das Programm des ELZA-Teams Besuche und fachlichen Austausch mit AIER-Zentren in Wuhan und Changsha. Diskutiert wurden unter anderem refraktive Chirurgie, Modelle zur Behandlung des trockenen Auges und die Organisation von ophthalmologischen Versorgungsstrukturen mit hohem Patientenaufkommen.

Solche Treffen sind wertvoll, weil sie Klinikerinnen, Kliniker und Forschungsteams in die Lage versetzen, praktische Ansätze für Diagnostik, Behandlungspfade, Nachsorge und Patientenaufklärung zu vergleichen. Für ELZA bieten sie zudem die Möglichkeit, Erfahrungen aus Zürich in den Bereichen fortgeschrittenes CXL, Keratokonus-Rehabilitation und Sicherheit in der refraktiven Chirurgie einzubringen.

Vision China 2026 in Tianjin

Der letzte Teil des China-Programms findet bei der Vision China 2026 in Tianjin statt. Prof. Hafezi wird dort erneut über individualisiertes CXL und Keratokonus sprechen und zudem PACK-CXL bei infektiöser Keratitis vorstellen. PACK-CXLsteht für “Photoactivated Chromophore for Keratitis-Corneal Cross-Linking” und kann in ausgewählten Fällen infektiöser Keratitis in Betracht gezogen werden, insbesondere wenn eine Standardtherapie mit antimikrobiellen Wirkstoffen nicht ausreichend ist oder die Hornhaut strukturell gefährdet erscheint.  

Nikki Hafezi wird über Risikofaktoren bei refraktiver Chirurgie sowie über K-MAP referieren, eine globale Studie zur Prävalenz von Keratokonus bei Kindern und Jugendlichen. K-MAP adressiert einen wichtigen ungedeckten Bedarf in der Augenheilkunde: besser zu verstehen, wie häufig Keratokonus in verschiedenen Bevölkerungsgruppen vorkommt und wie frühere Erkennung den Zugang zu rechtzeitiger Behandlung verbessern kann.

Internationaler Austausch mit praktischem Nutzen

Internationale Tagungen werden manchmal als abstrakte akademische Veranstaltungen wahrgenommen. In der Hornhaut- und refraktiven Chirurgie haben sie jedoch direkte klinische Relevanz. Die Fragen, die in Chengdu, Wuhan, Changsha und Tianjin diskutiert werden, betreffen auch Patientinnen und Patienten in Zürich: Wer ist für refraktive Chirurgie geeignet? Wie kann Keratokonus frühzeitig erkannt werden? Wie sollen dünne Hornhäute behandelt werden? Kann Cross-Linking individualisiert werden? Und wie können sehbedrohliche Infektionen behandelt werden, wenn Standardtherapien nicht ausreichen?

Für ELZA unterstreichen die Aktivitäten von Nikki und Farhad Hafezi in China eine durchgängige Priorität: Forschung, internationale Zusammenarbeit und klinische Erfahrung in sicherere und individuellere Augenheilkunde zu übersetzen.