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Cross-Linking bei extrem dünner Hornhaut

Das ursprüngliche CXL-Protokoll erlaubt eine sichere Behandlung, wenn die Dicke der Hornhaut bei 400 μm oder höher liegt. Doch in fortgeschrittenen Fällen von Keratokonus, PMD und Ektasie nach LASIK kann die Hornhaut dünner sein.

Eine Möglichkeit, eine solche Hornhaut dennoch zu behandeln, ist die Anwendung von hypo-osmolarem Riboflavin . Dieses spezielle Vitamin B2 bringt die Hornhaut dazu, Wasser aufzunehmen und zu quellen. Diese Technik wurde 2007 entwickelt und 2009 mit Prof. Hafezi als Erstautor publiziert. Seither gilt diese Anwendung als weltweiter Standard.

2008: „Geburt“ des CXL in ultradünnen Hornhäuten.

Zürich, Schweiz: Ein 26 Jahre alter Patient wird mittels epi-off CXL behandelt. Nach Entfernung des Epithels und der Anwendung von „normalem“ iso- osmolarem Riboflavin beträgt die Hornhautdicke  325 Mikrometer; zu wenig, um ein sicheres CXL durchzuführen. In einem zweiten Schritt verwendeten wir hypo-osmolares Riboflavin. Nach 10 weiteren Minuten war die Hornhaut auf 407 Mikrometer „angeschwollen“, und das CXL konnte sicher durchgeführt werden.

Die Behandlung von extrem dünnen Hornhäuten erfordert eine große Erfahrung, da viele Faktoren berücksichtigt werden müssen. Die Häufigkeit des Tropfens des Vitamin B2, die Anwendung eines Lidspanners, all diese Elemente können die Hornhaut unter Umständen stark ausdünnen, so dass eine Behandlung nicht mehr möglich ist. Unsere Erfahrung ist mit einer der längsten weltweit und erlaubt es uns, hier auch noch bei (für andere zu) dünnen Hornhäuten ein CXL auf sichere Weise durchzuführen.

 

Die Zukunft

Seit dem Jahr 2009 wurden eine Reihe von Strategien entwickelt, um sehr dünne Hornhäute zu behandeln. Das ELZA Mitglied Farhad Hafezi hat geholfen, diese Techniken zusammenzufassen (siehe Beiträge unten), unter anderem CACXL und die Epithelial Island-Technik. Welche Technik gewählt wird, muss von Fall zu Fall sorgfältig abgewägt werden.

Daneben ist die Forschungsgruppe um Professor Hafezi federführend darin, neue Techniken zu entwickeln, die auf die individuelle Hornhautdicke zugeschnitten sind. In Zukunft wird es möglich sein, auch Hornhäute von weniger als 300 µm mittels CXL zu behandeln.

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