ELZA am World Keratoconus Congress 2026 in Florenz

Die Welt-Keratokonus-Kongress 2026 In Florenz fand ein bewusst fokussiertes Treffen statt. Anstatt die Aufmerksamkeit auf Subspezialgebiete zu verteilen, folgte es dem Keratokonus von der Früherkennung bis zum langfristigen Management. Die Struktur selbst spiegelte wider, wohin sich das Feld entwickelt: hin zu einer früheren Diagnose, präziseren Messungen und Behandlungen, die zunehmend auf die individuelle Hornhaut zugeschnitten sind.

Innerhalb dieses Rahmens tragen die Beiträge von Prof. Dr. Dr. Farhad Hafezi, MD, PhD, FARVO und die Dr. Emilio A. Torres-Netto, MD, PhD, FEBO, FWCRS standen im Mittelpunkt der Diskussion. Prof. Hafezis Vortrag, ELZA-PACE Quervernetzung zur Verbesserung der Sehkraft bei Keratokonus, erfasste eine Veränderung, die über mehrere Sitzungen hinweg sichtbar war. Quervernetzung wird nicht mehr nur als Mittel zur Verlangsamung der Progression angesehen. Zunehmend wird sie als Methode zur aktiven, kontrollierten Umformung der Hornhaut erforscht.

Prof. Hafezi auf der Bühne beim World Keratoconus Congress 2026 in Florenz, Italien
Prof. Hafezi auf der Bühne beim World Keratoconus Congress 2026 in Florenz, Italien

Die ELZA-PACE-Ansatz veranschaulicht diese Denkweise. Anstatt die Hornhaut gleichmässig zu behandeln, erzeugt sie kontrollierte Gradienten in ihr. Durch selektives Entfernen des Epithels über dem Kegel und die Kombination mit variierenden Riboflavin-Konzentrationen, Sauerstoffverfügbarkeit und UV-Energie erzeugt die Behandlung eine stärkere und lokalere Vernetzungswirkung dort, wo sie am dringendsten benötigt wird. Dies ermöglicht ein Abflachen des Kegels, während das umliegende Gewebe erhalten bleibt, anstatt sich zur Erzielung eines refraktiven Effekts auf die Gewebeentfernung zu verlassen.

Die klinische Relevanz liegt nicht in der Technologie selbst, sondern darin, was sie ermöglicht. Die traditionelle Vernetzung war sehr wirksam bei der Stabilisierung des Keratokonus, ihre Auswirkung auf die Sehkraft war jedoch begrenzt und unvorhersehbar. Im Gegensatz dazu zielen Ansätze wie ELZA-PACE darauf ab, die Hornhautform direkter zu normalisieren, was zu einer Verbesserung der Sehqualität und Sehschärfe sowie zu einer Stabilisierung führt. Praktisch bedeutet das möglicherweise weniger zusätzliche Eingriffe und eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass Patienten allein mit Brillen oder Kontaktlinsen gut zurechtkommen.

Dieselbe Logik setzt sich fort, wie diese Behandlungen in die Biomechanik und stromale Verfahren integriert werden. Diskussionen auf dem Kongress kehrten immer wieder zu der Idee zurück, dass die Hornhaut als dynamische Struktur betrachtet werden sollte, eine, die gemessen, modelliert und dann mit zunehmender Präzision modifiziert werden kann. In diesem Zusammenhang sind Techniken wie die massgeschneiderte Vernetzung und CAIRS keine isolierten Innovationen, sondern Teil eines umfassenderen Versuchs, die Keratokonusbehandlung vorhersagbarer zu gestalten.

Zusammengenommen ging es bei den ELZA-Beiträgen auf dieser Tagung weniger darum, eine einzelne Technik zu präsentieren, als vielmehr eine Richtung aufzuzeigen. Die Betonung verlagert sich hin zu Interventionen, die sowohl stabilisierend als auch rehabilitierend sind und auf eine Weise angewendet werden, die die spezifischen Merkmale der Hornhaut jedes Patienten widerspiegelt. Für die Patienten ist die Implikation subtil, aber wichtig: Die Behandlung wird nicht mehr nur durch das Stoppen der Krankheitsprogression definiert, sondern dadurch, wie effektiv das Sehvermögen dabei erhalten oder verbessert werden kann.

Professoren Alvaro-Gomes, Hafezi, Balidis, Mazzotta, Kymionis und Shafik-Shaheen auf der Bühne beim World Keratoconus Congress.